Wikingerzeitliche Häuser in Island II

In Island wurden bei Grabungen in þjórsárdalur und Grelutótt zwei wikingerzeitliche Hofanlagen, beziehungsweise dereren Reste, ausgegraben.
Bei dem in Grelutótt geborgenem Haus handelt es sich um ein kleineres Torfhaus, das auf die Zeit zwischen 800 bis 900 datiert wird. Das Haus war etwa 13,4 Meter lang und etwa 5,4 Meter breit. Gebaut war es in der für Islands Wikingerzeit typischen Bauweise.
Die Außenwände wurden auf ein Steinfundament aus gestochenen Torfstücken aufgeschichtet, was die Häuser gut isolierte. Auf der Innenseite wurde die Wände mit Holdbohlen verkleidet.
Ein hözernes Ständerwerk stützte das Dach, das ebenfalls mit Torf gedeckt wurde.
Im inneren der Halle befanden sich entlang der Seitenwände Holzpodeste. In der Mitte der Halle verlief ein Langfeuer. Diese gab Licht, heizte und wurde als Herd genutzt. Der Rauch entwich über Öffnungen im Dach.
Nahe dem Haus wurden auch zwei Schmieden gefunden und ein Gebäuderest, bei dem es sich eventuell um eine Sauna, Räucherkammer oder beides gleichzeitig handelte.
In dem Langhaus gabe es auch einen nachträglich angebauten Raum, bei dem es sich um den Abtritt handelte.

Das in þjórsárdalur geborgene Spätwikingerzeitliche Haus war wesentlich Größer und verfügte über mehrere Nebenräume. Es verfügte über: Einen Flur, eine Haupthalle, einen Wohnraum, einen Abtritt und einen Vorratsraum. In beiden Langhallen, der Haupthalle und dem Wohnraum, verlief in der Mitte ein Langfeuer.
Von der Bauweise her, war es auf die selbe Art errichtet wie das andere Haus. Der Hauptteil des Hauses hatte eine ungefähre Länge von 30 Metern. Die niedrigen sich an den Längsseiten der Wände entlang ziehenden Bänke – Podeste, hatten eine Tiefe von 1,5 Metern. Auf diesen wurde gegessen, gearbeitet und Nachts geschlafen. Auf einem Teil der Seitenbänke befand sich eine abgetrennte Schlafkammer, in welcher mit Sicherheit der Hausherr und seine Frau geschlafen haben. Der Rest der Bewohner schlief gemeinsam auf den Seitenbänken. Im Dach des Hauses gab es in regelmäßigen Abständen Öffnungen, die sowohl Licht einließen, als auch als Rauchabzug dienten. Diese Dachöffnungen, die beiden Langfeuer und Öllampen, sorgen in dem Haus für Licht. Das Haus wurde im Jahr 1104 bei dem Ausbruch des Vulkans Hekla unter einer Ascheschicht begraben.