Der Thorshammer

seit ich ein kleines Kind war, glaube ich das es „Gott – Götter“ gibt, wie immer man ihn oder sie auch nennen mag.
Als ich dann älter wurde, fing ich an nach dem Glauben zu suchen, der mir für mich richtig erschien. Die großen Glaubensrichtungen waren es nicht, in keiner von ihnen fühlte ich mich wirklich angekommen. Deshalb fing ich an zu suchen, was hier wo ich lebe eigentlich vor den „großen“ Religionen geglaubt wurde.
Das war noch vor großflächigen Verbreitung von Internet, meinem Interesse an Wikingern und vor allem lange vor der Serie Vikings, vor etwa 35 Jahren. Damals musste man Informationen noch in Büchern suchen.
Auf jeden Fall fand ich mein relegiöses zu Hause im Asatru. Den Glauben an die Asen, Wanen, Elben, Nornen, etc. Als Zeichen meines Glaubens legte ich mir einen Thorshammer zu und trage ihn seit dem ununterbrochen, nicht mehr den selben, aber einen Thorshammer.

Damals war es kein Problem einen Thorshammer zu tragen, viele wußte nicht mal was das ist und andere lächelten evtl. Inzwischen hat sich das aber leider geändert. Von Bekannten wird man darauf angesprochen, ob das nicht ein Symbol der „Rechten“ wäre, von fremden unter Umständen als rechter mit bösen Blicken bedacht, oder sogar von rechten als vermeindlicher Kammerad gegrüßt.
Doofe Sache.
Nun könnte man denken, dann trage ihn halt nicht. Aber das ist für mich keine wirkliche Option. Denn wenn ich nicht mehr zu meinen Göttern stehe, wie kann ich dann erwarten das sie zu mir stehen?
Ich verstehe aber auch nicht so richtig, warum, nur weil ein paar rechte den Thorshammer tragen man diesen gleich als rechtes Symbol einordnet. Die Leute vom Klu Klux Klan tragen Kreuze, sind deswegen alle Christen rechtsradikal, oder das Kreuz ein rechtes Symbol?

Warum ich das erzähle? Weil ich es als Einleitung für ein für mich sehr angenehmes Erlebnis in Island brauche.

Als ich dieses Jahr in Island war, war ich in Akureyri im Schwimmbad. Dort legte ich mich in einen heißen Pott. Nach einer Weile sprach mich ein Mann neben mir auf meinen schönen Thorshammer an und sagte das er ein Mitglied der isländischen Asatru sei. Wir unterhielten und kurz über Asatru und er erzählte mir ein wenig von ihren Kultstätten. Es war sehr angenehm als Anhänger eines Glaubens wahrgenommen zu werden und nicht irgendeiner plitischen Richtung zugeordnet zu werden.
In Island ist Asatru übrigens eine anerkannte Glaubensrichtung. Sie kann anerkannt Ehen schließend, Begräbnisse vornehmen, taufen, etc.