Die Germanen glauben daran das ihnen ihr Schicksal schon bei der Geburt von
den Nornen, die das Schicksal weben bestimmt wird.
Sie glauben nicht daran das jeder einzige Schritt ihres Lebens vorherbestimmt
ist, aber ob sie Heil oder Unheil haben sollten, wie lange ihre Lebensspanne
messen solle, diese Dinge waren ihnen vorherbestimmt.
![]() Steinschiffssetzungen in Lindholm Hoje |
Aber die Spanne zwischen diesen feststehenden Tatsachen konnten sie, durch |
ihre Stärke und mit Hilfe der Götter formen.
Wenn die Götter jedoch irgendetwas nicht zulassen wollten dann half kein
Hadern, sondern dann war es eben so.
Das sieht man auch an den Berichten von Tacitus über den Loswurf. Sie
warfen die Lose um Beistand bei einer Entscheidung zu treffen. War die
Antwort negativ, so versuchten sie es am nächsten Tag noch einmal, sollte
er wieder negativ sein, so versuchten sie es noch einmal.
Der Loswurf durfte dreimal wiederholt werden, jeden Tag einmal, sollte die
Antwort dennoch negativ ausfallen, dann hatte man wohl keine andere Wahl
als sich dem Willen der Götter zu beugen.
Deshalb auch die überall zitierte Todesverachtung unserer Ahnen, sie waren
nicht begierig darauf so schnell wie möglich zu sterben, dazu lebten sie viel
zu gerne und genossen des Lebens Freuden, wie Weib, Freunde, den Frühling und
die pure Freude des Seins.
Nur fürchteten sie ihn auch nicht, denn der Tod war ja schließlich nicht das
Ende sonder lediglich ein wechseln des Aufenthaltsortes.
Man kehrte Heim zu den Ahnen und war wieder mit der Sippe vereint.
Und er war unvermeidbar, da die Nornen es nun mal so gewebt hatten und wenn
er schon unabwendbar ist, dann will der Germane dem Tod wenigstens mit Stolz
und Ehre gegenübertreten, wie Egil es in einem seiner Gedichte sehr schön
ausdrückt.
Das Ende ist alles
Selbst jetzt steht Hel auf hehrer Höh
und wartet.
Das Leben verrinnt und ich muss scheiden,
des Endes gewärtig.
Doch nicht in Elend und Trauer,
sondern Mannhaften Herzens.
Würde der Germane sich gegen das Schicksal entscheiden, hätte es seine Ehre
verloren, wodurch er sein ganzes Leben entwertet hätte, alles was er geschaffen
hat.
Denn wenn das Würfeln als eine Art des Loswerfens gesehen wird, dann ist der |
![]() Egil |
![]() Runenverziertes Kästchen |
Ausgang des Wurfes eine Göttliche Entscheidung und gegen diese aufzubegehren |
hätte wenig Sinn. Das Schicksal war nun mal schon vor langer Zeit für sie gewoben.
So dürfen uns auch Tacitus Berichte nicht wundern, wenn er erzählt das die
Germanen beim Würfelspiel alles verspielten, sogar die Freiheit
und dann wenn sie verloren, ohne aufzubegehren in die Leibeigenschaft gingen.