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Freundschaft und Blutsbrüderschaft


Sutton Hoo Helm 00

Sutton Hoo Helm

Austausch von Geschenken ist der einzige Weg zu Freundschaft und Bündnis.

In den Sagas kommen immer wieder stellen vor in denen es heißt:
Sie tauschten Geschenke und schlossen einen Freundschaftsbund, sie gaben einander Gaben und schieden als Freunde, zwischen ihnen bestand warme Freundschaft und Gabentausch.

Freundschaft im alten Sinne umfasst die kühle Berechnung des Vorteils, unbeschränkte Treue, und war weit davon entfernt einander einzudämmen.
In ihr wuchsen Selbstbehauptung und Selbstvergessenheit im gleichen Maße heran.
Freundschaft wird nicht durch Zuneigung genährt, umgekehrt, der vereinigte Bund lässt die Zuneigung wachsen und erhält sie.
Seine Freude ist das liebevolle Gespräch, Worte die Sinn mit Sinn mischen. Die Blutsbrüderschaft ist ein ebenso festes Band wie das Sippenband.
Wenn nicht sogar fester, da es aus der freien Wahl heraus gefügt wurde, und es war unlösbar.

Ein Rasenstreifen wurde vom Erdboden losgelöst und die Erde darunter so tief ausgehoben, das der Rasenstreifen von einem Speer empor gehalten werden konnte, und zwar so tief das ein Mann darunter stehen konnte. Dann traten die zukünftigen Blutsbrüder in die so geschaffene Öffnung, fügen sich selbst eine kleine Wunde zu und ließen das Blut so auf die Erde tropfen das es sich miteinander vermischte.
Sie sind in den Schoß der Mutter Erde herabgestiegen und haben dort Verwandtschaft geschlossen.
Wenn sie jetzt durch die Öffnung treten sind sie als Brüder wieder geboren.
Nun fließt in ihren Adern das selbe Blut und sie sind einander zur Rache verpflichtet als seien sie Brüder der gleichen Mutter, wenn nicht sogar noch mehr. Sie sind einander zur Treue durch Wort und Tat verpflichtet.

Falle einer Fehde zu ernsten inneren Konflikten führen konnte.

Bratachurch 00

Brattahlidkirche

Ein ebenso enges Band bestand zwischen Kindern und Ihren Pflegeeltern, wobei es dazu führen konnte das sich die Kinder bei Streitigkeiten zwischen den leiblichen und den Pflegeeltern auf Seiten der Pflegeeltern schlugen.
Zwei Männer, der berühmte Dichter Kohlbrùnarskàld und Thorgeirr Ha´varsson, haben miteinander durch den Rasengang Blutsbrüderschaft geschlossen.

Einmal fragte Thorgeirr, als die beide sich prahlend über die anderen Männer Islands erhoben,
"was meinst Du, wer von uns beiden wäre wohl der stärkere, falls wir unsere Kräfte mal erprobten ?"

Thormod antwortete darauf,

"das weiß ich nicht, aber dies weiß ich ganz genau, das diese Frage unser Beisammensein und unsere Gefolgschaft aufheben wird und das wir nicht länger beisammen sein werden."

Darauf erwiderte Thorgeirr,

"es war nicht meine Absicht, das wir wirklich unsere Kräfte aneinander erproben würden."

Aber Thormod bleibt dabei,

"es ist Dir beim sprechen durch den Sinn gegangen und deshalb werden wir uns trennen."

Schon der Umstand das einer den Gedanken hat fassen können, das es zwischen den beiden Blutsbrüdern zu einem Kampf kommen könnte, wird als eine Untreue betrachtet und veranlasst eine Trennung.
Aber auch dadurch ist die Blutsbrüderschaft nicht aufgelöst.

Als Thorgeirr erschlagen wurde, verfolgte Thormod den Mörder bis nach Grönland, er verkleidete sich als Bettler, ließ sich wie ein wildes Tier jagen, lag mit Wunden geschlagen in Höhlen und an einsamen orten.

Als er heimkehrte hatte er fünf Männer mit seiner Axt erschlagen, als Rache für seinen Freund. Und doch ist keine Spur von Aufopferung dabei, nur Ehre. Freundschaft ist Wille durch und durch, aber ein Wille der in den unbekannten Regionen der Seele wurzelt, der über die Augenblickliche Neigung oder den Mangel an Neigung erhaben ist.




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